Buddha Figur in Thailand - Historie und Brauchtum

Buddha Figur in Thailand – Historie und Brauchtum
In der frühbuddhistischen Epoche gab es in Thailand keine Buddha Abbildungen. Weder durch Figuren, noch durch Zeichnungen wurde Buddha dargestellt. Heute begegnet man in Thailand an jeder Ecke einer Buddha Statue, sind Buddha Figuren auch in Privathaushalten nicht wegzudenken. Wir haben die Geschichte und das Brauchtum rund um Buddha Figuren recherchiert. Wussten Sie zum Beispiel: Dass jede Buddha Figur geschlechtsneutral ist? Das die langen Ohrläppchen Buddhas ein Zeichen seiner Herkunft aus einem Reichen Haus sind?
 
Yedi auf dem Berg neben dem Tempel Wat tham suea bei Krabi, Thailand

 
Die Historie der Buddha Statuen
Ursprünglich schien es verboten zu sein, Buddha bildlich darzustellen. Der Erleuchtete schien nicht in Bildern oder Figuren zu fassen zu sein. Mit dem Mahayana-Buddhismus änderte sich diese Anschauung. Wohl auch, weil die Gläubigen auf der Suche nach einem vertrauten Symbol waren. Früheste Buddha-Bildnisse sind aus dem 1. JH n. Chr. aus Indien bekannt. Diese frühen Darstellungen zeigen den Buddha Shakyami in stehender oder sitzender Haltung. Bereits bei den ersten Buddha Figuren wurden die Proportionen und Gesten der Buddha Statuen, wie heute ausgeführt. Man vermutet, die Gestaltung Buddhas wurde in Anlehnung an ein präbudhistisches Handbuch aus der Astrologie übernommen um Buddha eine übermenschliche und metaphysische Gestalt zu verleihen. 32 Hauptkennzeichen, die später auf 80 erweitert wurden sorgen für die historisch einwandfreie Darstellung einer Buddha Figur.
 

Aufstieg zum Gipfel des Berges neben den Tempel Wat tham suea bei Krabi, Thailand

 
Was zeichnet eine typische Thailändische Buddha Figur aus?
Der Kopfschmuck der Buddha Figur, Ushinisha, ist das Symbol der Allwissenheit. Die Darstellung kann wie in Thailand in spitzer Form, in Kambodscha in konischer Form oder auch als züngelnde Flamme erfolgen. Die Locke zwischen den Augenbrauen der Buddha Figur, wie auch sein Haupthaar werden oft durch leuchtende Edelsteine (Heiligenschein) ersetzt und symbolisieren Energie. Der Körper jeder Buddha Figur ist stets geschlechtsneutral. Die Fußsohlen sind häufig mit dem Rad der Lehre verziert. Die Buddha Statue trägt eine schlichte Mönchskutte, die die rechte Schulter frei lässt. Ein friedliches, gelöstes Lächeln ziert den ovalen Buddha Kopf. Für die adelige Herkunft Buddhas sprechen die langen Ohren. Nur Reiche konnten sich damals edle Ohrringe leisten, welche die Ohrläppchen dehnten. Ein Künstler, der Buddha Figuren darstellt, strebt nicht nach dem Ausdruck seiner künstlerischen Freiheit. Er orientiert sich an den grundlegenden Vorgaben der buddhistischen Lehre und bringt nur in geringem Maße seine Kreativität und Religion ein. Deshalb wird in Thailand das Handwerk der Erstellung von Buddha Figuren aus Holz oder Stein in vielen Familien von Generation zu Generation weitergegeben. Wer die Buddha Figur gestaltet hat bleibt stets ein Geheimnis.
 

Buddha-Statue im Tempel Wat tham suea bei Krabi, Thailand

 
Buddha Figuren in Thailand und Ihre Symbolik
Der Erleuchtete kann in vier möglichen Positionen dargestellt werden: Stehend, sitzend, schreitend und liegend. Von der sitzenden und stehenden Buddha Figur gibt es je fünf verschiedene Optionen. Zudem sind die Handhaltungen exakt festgelegt und haben einen konkreten Sinn. Die liegende Buddha Figur symbolisiert den Eintritt Buddhas in das Nirwana und ist in Thailand recht selten zu sehen. Stehend kann die Buddha Figur aufrecht stehend oder mit eingeknickter Hüfte (zweifache oder dreifache Biegung), in Ausfallstellung oder Tanzstellung dargestellt werden. Die klassischen Sitzhaltungen der Buddha Statuen sind gekreuzte Beine, wobei die Fußsohlen sichtbar oder nicht sichtbar sein können. Man unterscheidet in Heldenpose und Diamantpose. Auch kann ein Bein untergeschlagen sein, während das zweite senkrecht nach unten hängt (der gelöste Sitz). Hängen beide Beine der Thailändischen Buddha Figur nach unten, nach europäischer Sitte, so handelt es sich um einen Buddha der Zukunft, einen Maitreya Buddha. Sitzt die Buddha Figur auf der Naga Schlange, so zeigt diese Pose den meditierenden Buddha, der von der Schlange beschützt wird.

 

Gipfel des Berges neben den Tempel Wat tham suea bei Krabi, Thailand

 
Was die Handhaltung einer Thailändischen Buddha Figur aussagt
Feine zierliche Hände sind typisch für Thailändische Buddha Figuren. Den genauen Vorgaben der Buddha Handhaltung (Mudra) schenken alle Künstler höchste Aufmerksamkeit.
Eine Buddha Figur symbolisiert Furchtlosigkeit und Schutz, wenn die rechte Hand erhoben ist und deren Innenfläche nach vorn gewandt ist.
Symbol für Anbetung oder Verehrung sind zusammengelegte Handflächen und leicht gewinkelte Finger der Buddha Figur.
Bei der Geste der Wahrheit hängt der Arm über das Knie und die Handflächen zeigen nach innen. Alle Finger weisen nach unten. Der sitzende Buddha berührt mit den Fingerspitzen die Erde um sie als Zeugin für die Wahrheit seiner Worte anzurufen. Die linke Hand der Buddha Figur liegt mit der nach oben geöffneten Handfläche auf dem Schoss.
Werden beide Buddha Hände vor die Brust gehalten und berührend sich einige Fingerspitzen, als würde man an den Fingern abzählen. Daumen und Zeigefinger beider Hände (in Brusthöhe) bilden einen Kreis. Die restlichen Finger sind ausgestreckt, handelt es sich um die Geste des Andrehens des Rad der Lehre, auch Predigergeste genannt.
Liegen beide Hände locker aufeinander im Schoß. Die Handflächen zeigen nach oben, so spricht man von der Meditationsgeste.
Die Geste der Wunschgewährung, auch als Geste der Segensgewährung und Gnadenerweisung genannt. Der rechte Arm hängt mit nach außen gerichteten Handflächen herab, die linke Hand zeigt geöffnet nach oben.
Argumentationsgeste oder Geste der Diskussion wird symbolisiert durch eine erhobene Hand, deren Handflächen nach außen gerichtet sind. Daumen und Zeigefinger formen das Rad der Lehre. Die anderen Finger sind nach oben gerichtet und leicht gebogen bis gestreckt
 

Gipfel des Berges neben den Tempel Wat tham suea bei Krabi, Thailand

 
Eine Buddha Figur ist in Thailand keine Dekoration
Da eine Buddha Statue die idealisierte Abbildung Buddhas darstellt, wird die Statue nicht als Kunstwerk oder Thai Deko geschaffen, sondern um den Gläubigen an Buddha zu erinnern. Wer eine Buddha Figur erschafft, begeht eine gute Tat, die bei der nächsten Wiedergeburt positiv angerechnet wird. Neue Buddha Figuren erhalten in Thailand traditionsgemäß eine Weihe. So wird ihnen Leben eingehaucht. Der Geist Buddhas soll in die Statue einziehen. Hierzu werden neun Gegenstände mit großer Symbolkraft in den Korpus der Thailändischen Buddha Figur eingeschlossen. Wird eine Buddha Statue aufgebrochen, so gilt sie in Thailand als wertlos. Sie hat Ihre Energie verloren.

 

Traditionelle Buddha-Weihe durch thailändische Mönche

 
Was Sie in Thailand mit einer Buddha Figur nicht machen sollten
Begegnen Sie jeder Buddha Figur mit Respekt und lassen Sie sich niemals dazu verleiten sich auf ein Buddha Figur zu stellen oder zu setzen. Dies würde eine Entweihung der Thailändischen Buddha Figur darstellen und kann strafrechtliche Folgen in Thailand haben. Außerdem ist es verboten Buddha Figuren als Souvenir aus Thailand zu exportieren.
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Ihr Wanthai Wellness & Wohnen Team

 
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